Fehlgeburt - Schwangerschaftsabbruch - stille Geburt


Guter Hoffnung-jähes Ende!

Manchmal stirbt das eigene Kind, noch bevor es geboren wurde oder kurz nach der Geburt! Und mit ihm stirbt auch die Zukunft...dann braucht man jemanden, der einen hält...um die Hoffnung wieder zu finden...
Wenn ein Baby tot geboren wird nennen wir Hebammen dies "Stille Geburt".

Der Verlust eines Menschen ist immer schwer zu verarbeiten, stirbt jedoch das eigene Kind - rüttelt es an unserer Basis, an unserem Urvertrauen.

Auch wenn ein Ungeborenes "erst" wenige Wochen alt war, kann eine Fehlgeburt ein ebenso tragisches Ereignis sein wie ein in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorbenes Kind, das deutlich älter war.
Viele Frauen wissen nicht, dass sie auch nach einer Geburt, nach der das Baby fehlt, ein Anrecht auf Hebammenhilfe haben. Eine Fehlgeburt kann also genauso intensiv nachbetreut werden, wie bei einer "üblichen" Wochenbettbetreuung.


Betroffene Frauen und Familien brauchen Hilfe bei der Trauerarbeit, um die Verdrängung der Geschehnisse zu verhindern und mit den Erinnerungen in Frieden leben zu können. Auch körperlich kann die Heilung und Rückbildung deutlich verbessert werden. Ggf. findet man vielleicht sogar Antworten auf die schmerzhafte Frage nach dem Warum und zur richtigen Zeit kann eine Folgeschwangerschaft ganzheitlich und bewusst vorbereitet werden (siehe auch www.folgeschwangerschaft.de).


In der Gesellschaft wird selten Raum gelassen für "diese Dinge" - neben dem eigenen Schmerz, müssen sich die Frauen somit häufig auch mit der Gleichgültigkeit und dem Unverständnis der Umgebung auseinandersetzen. Bemerkungen wie: "Beim nächsten mal klappts bestimmt, du bist noch jung." oder "Es war doch erst 6. Woche, das war ja noch gar kein "richtiges Kind!"", sind keine Seltenheit und für die trauernde Familie ein Schlag ins Gesicht.

Gefühle werden dann häufig heruntergeschluckt und können zu körperlichen Beschwerden führen (Migräne, Rückenschmerzen usw., deren Ursache später unklar ist).

Auch innerhalb der Beziehung kommt es häufig zu Streitereien und Unverständnis, da das Fühlen der Mutter und das Nachempfinden des Vaters oftmals doch weit auseinandergehen.


Hebammenhilfe bedeutet hier für mich zuhören, (hinter)fragen, Raum lassen, mitfühlen, Geschehnisse deuten, Wege für die Zukunft finden. Und vor allem nie aufhören interessiert zu sein, wenn andere Wegbegleiter es schon nicht mehr hören können. Reden, weinen, wütend, traurig und mild zu sich selbst sein - das ist der Weg der Heilung.

Wenn mich Frauen an diesem Prozess teilhaben lassen, bin ich dankbar und es berührt mich. Vor allem bringt es mich zum Kern der Hebammenarbeit, wie ich sie verstehe. Die Frau lässt mich nah in ihre Welt, vertraut mir und das alles auf einer Augenhöhe...
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